Willkommen bei der Buhck-Stiftung

Wir freuen uns auf Ihre Projektideen zu den Themen Integration und Umweltbildung aus den Regionen Hamburg-Bergedorf, Stormarn und Herzogtum Lauenburg!

Schule als Zukunftslabor - Hahnheide-Schule in Trittau

Bahnhof, Dachgarten, Tierpark: So planen Schüler aus Trittau ihre Traumstadt. Wie sieht ein Ort aus, an dem sich alle wohlfühlen? Siebtklässler setzen auf Grün, günstiges Wohnen und gute Wege. Das sind ihre Ideen.

Ein Artikel von Lion Immoor, Volontär, Hamburger Abendblatt

In Trittaus Zukunftsstadt gibt es einen Bahnhof, einen See und sogar einen Barfußpfad, der mit einem Tierpark verbunden ist. Auf einem Hochhaus – der „Mall of Trittau“ – wachsen Pflanzen, auf dem Dach summen Bienen. Was nach den Wünschen von Siebtklässlern der Hahnheide-Schule in Trittau eine gesunde Stadt ausmacht, haben sie in dieser Woche selbst entworfen. Mit der Wooden Valley gGmbH und unterstützt von der Buhck-Stiftung haben die Schüler das Modell einer nachhaltigen Stadt gebaut – mit Ideen, die über das Klassenzimmer hinausreichen.

Anfang der Woche arbeiteten die Schüler noch in fünf Gruppen an den Themen Natur, Klima, Wohnen, Freizeit und Wirtschaft. Sie sammelten Wünsche, planten Gebäude und setzten ihre Traumhäuser mit Materialien aus einer Hamburger Werkstatt für nachhaltige Reststoffe um. Ein eigenes Team kümmerte sich um die Stadtplanung. Am Ende entstand aus den fünf Entwürfen eine gemeinsame „gesunde Stadt“.

Hahnheide-Schule: Schüler bauen Traumstadt – wie sich junge Trittauer ihre „gesunde Zukunft“ vorstellen
„Wir haben die Stadtteile mit Straßen und Bahnlinien verbunden“, erzählt Are aus der siebten Klasse. „Das Stadtzentrum steht natürlich in der Mitte.“ Anna aus der 7d erzählt, dass die Gruppen ihre Gebäude selbst gestalten konnten. Was die Schüler dabei beschäftigt, geht jedoch weit über die Frage hinaus, wie eine „hübsche“ Stadt aussehen könnte. Die jungen Trittauer wünschen sich Grünflächen, mehr Wege für Fußgänger und ausreichend Fahrradständer. „Ein Bahnhof soll den Weg in größere Städte erleichtern“, sagen die Siebtklässler.

Die Visionen kommen von den Kindern, wir helfen bei der Realisierung.

Kerstin Jung, Projektleiterin bei Wooden Valley
„Bezahlbaren Wohnraum für Rentner brauchen wir auch“, meint Anna. Ein Hochhaus mit Dachgarten und Bienenkästen soll das nachhaltig möglich machen. Als Bürgermeister Patrick Marsian nachfragt, welche Freizeitangebote den Siebtklässlern in ihrer Zukunftsstadt wichtig sind, kommen Fußball- und Basketballplätze ins Spiel. „Aber für alle zugänglich“, betont Are. Ein Schüler hätte außerdem vorgeschlagen, einen Barfußpfad mit angrenzendem Tierpark zu bauen.

Aus Schüleridee wird Stadtprojekt? – Bürgermeister nimmt „junge Ideen“ mit ins Rathaus
„Die Idee eines Barfußpfades finde ich äußerst spannend“, sagt Bürgermeister Marsian. Die Vorschläge wird er mit ins Rathaus nehmen. Für ihn ist der Austausch mit den Schülern kein einmaliger Termin: Erst kürzlich hat er sich mit den achten Klassen der Hahnheide-Schule getroffen, um „junge Ideen für Trittau“ zu finden. Einige davon sollen die Jugendlichen nun selbst in die Tat umsetzen. „Eine Halloween-Party und ein Foodtruck-Festival sind schon geplant“, berichtet Marsian.

Dass die Siebtklässler bei ihrem Stadtentwurf auch ans Klima und soziale Gerechtigkeit denken, ist Teil des Konzepts. Wooden Valley beschäftigt sich mit regenerativem Bauen: Material lange nutzen, Abfall vermeiden und Gebäude ressourcenschonend planen. „Der Bausektor ist einer der größten Müllverursacher“, sagt Projektleiterin Kamila Pasko. Dafür wollen sie und ihr Team junge Menschen früh sensibilisieren. „Die Schüler sollen sich fragen, was Menschen brauchen, um gesund zu leben, und wie sich Wohnen, Arbeiten, Bewegung und Gemeinschaft miteinander verbinden lassen.“

Trittau: Schüler planen Schulhof der Zukunft – Wooden Valley lässt Wünsche wahr werden
Doch das Projekt endet nicht mit dem fertigen Stadtmodell. Die Ideen der Schüler sollen weiterentwickelt und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden. Für ein anschließendes Transferprojekt gibt es Unterstützung von der Buhck-Stiftung. Die Stiftung unterstütze Projekte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung, bei denen Schüler mit allen Sinnen lernen. „Wer selbst ausprobiert und baut, erlebt unmittelbar, dass die eigenen Ideen etwas bewirken können“, sagt Bianca Buhck.

Auch auf dem Schulhof der Hahnheide-Schule soll dieser Gedanke weiterleben. Seit Anfang September steht dort das mobile Klassenzimmer „wood.ii“. Das Tiny House zeigt, wie sich verschiedenste Materialien recyceln lassen: Alle Wände sind mit Schafwolle gedämmt, Schallabsorber aus Pilzmyzel und Steckdosen aus Meeresplastik gehören zur Ausstattung im Innenraum. Solarpaneele liefern Energie zum Heizen.

Während die Jugendlichen in der Projektwoche über nachhaltiges Bauen und Berufe der Zukunft sprachen, waren sie auch als Schulhof-Scouts unterwegs. Aus ihren Beobachtungen entwickelt sie erste Vorschläge, wie der Schulhof zu einem lebendigen Lernort werden könnte. Über ein Projekt, das tatsächlich umgesetzt wird, soll die Schülerschaft demokratisch entscheiden. „Die Visionen kommen von den Kindern, wir helfen bei der Realisierung“, sagt Projektleiterin Kerstin Jung.

Zum Artikel